bewegte sprache
individuell - kreativ - spielerisch - in Gemeinschaft
Kinder entfalten ihr Sprachpotential im sozialen Kontext, im Austausch mit anderen. Sie entwickeln es in Handlungszusammenhängen, die ihnen selbst wichtig erscheinen und die ihre Interessen thematisieren. Situative aber auch bewusst inszenierte Bewegungsanlässe stellen solche individuell bedeutsamen Handlungszusammenhänge dar. Sie bieten Kindern Anlässe zum Sprechen. Über Bewegungsspiele können sprachliche Lernprozesse angeregt werden. Eine Spielidee liefert den Anlass für Bewegungshandlungen wie auch Sprachhandlungen. Situationen werden „versprachlicht“. Damit sind Spielhandlungen zugleich komplexe Sprachlernsituationen. Durch die bewusste Inszenierung von bewegungsorientierten Sprachlernprozessen eröffnet sich die Möglichkeit, alltagsnah und doch didaktisch und methodisch reflektiert die Kinder in ihren sprachlichen Kompetenzen zu unterstützen. Eine regelmäßige und in den Alltag integrierte Sprachförderung ist vor allem für die Kinder besonders wichtig, die aufgrund ihrer sozialen und kulturellen Herkunft und ihrer individuellen Voraussetzungen einer vielfältigeren Unterstützung bedürfen. Insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund spielt es eine wichtige Rolle, dass sie sich zunächst in einem Medium ausdrücken können, in dem sie sich sicher fühlen. Über Bewegung fällt es ihnen oft leichter, mit anderen Kindern zu kommunizieren und sich mitzuteilen. Sie beherrschen die nonverbalen Anteile der Sprache oft sehr gut und können sich über Gestik und Mimik, über Gebärden und über ihren Körper verständlich machen. So üben sie den Kontakt mit anderen, fühlen sich anerkannt und wahrgenommen. Die Teilnahme am verbalen Austausch der anderen Kinder trägt zu ihrem Sprachverständnis bei und gibt ihnen Gelegenheit, sich schrittweise auch in der verbalen (Fremd-)Sprache zurecht zu finden.
Die ursprüngliche Funktion der Sprache ist die der Mitteilung und Verständigung. Durch Sprache und Sprechen stellt das Kind Beziehungen zu anderen, zu Erwachsenen und Kindern her. Es kann Wünsche und Bedürfnisse äußern, kann sich mitteilen und Dinge erfragen. Lange bevor das Kind die verbale Sprache nutzt, teilt es sich bereits mit Gesten, Mimik, Gebärden über seinen Körper mit. Sprache beinhaltet also unterschiedliche Mittel der Kommunikation, die Gestik und Mimik, Laute und Gebärden, sie schließt auch Körperhaltung und Bewegung ein. Das Kind hat viele Möglichkeiten sich auszudrücken. Auch nonverbale Kommunikationsformen sind wichtige Mittel, anderen Botschaften zu übermitteln. Mit zunehmendem Alter übernimmt die verbale Sprache die Form der Mitteilung und des Austauschs, wobei jedoch auch im Erwachsenenalter die anderen Kommunikationsebenen noch bestehen bleiben. Sprache wird vom Kind jedoch auch verwendet, um eine Absicht zu realisieren. Zuvor lässt es jedoch über seinen Körper Dinge geschehen: Der Ball, der mit einem Fußtritt in Bewegung versetzt wird, vermittelt ihm das Gefühl von Selbstwirksamkeit, es sieht sich selbst als Urheber einer Wirkung. Die zunehmende Beherrschung des Körpers und der Sprache eröffnen ihm den Weg in die Selbstständigkeit.
Was machen wir, wenn die Sprache der Kinder noch nicht ausreicht, um sich mit uns und den anderen Kindern zu verständigen? Wie kommunizieren wir mit den Kindern, wenn ihr Wortschatz und Sprachverständnis noch nicht ausreicht? Wir unterstützen unsere Lautsprache mit Gebärden. Deswegen werden während dem Sprechen nur einzelne Worte von gebärdet. Somit wird Sprachverständnis und Spracherwerb gefördert und ein weiterer wichtiger Kommunikationskanal geschaffen, welcher ohne Hilfsmittel auskommt. Wir ermöglichen den Kindern durch die Gebärdenunterstützte Sprache in Kommunikation und Interaktion treten und schaffen Chancengleichheit für alle Kinder unabhängig ihres Alters, sprachlichen Fähigkeiten und Herkunft. Durch die Visualisierung der Gebärdenkarten nach den Metacom Symbolen und der Visulisierung der Gebärden, eignen sich die Kinder eine gemeinsame Sprache mit uns an, auf deren Basis sie in ihrer individuellen Entwicklung die deutsche Sprache erwerben und sich ohne Beeinträchtigung verständigen können. Zudem fällt Menschen das motorische Lernen (Erlernen von Gebärden) in der Regel leichter als das Erlernen einer Sprache. Daher greifen wir mit der Gebärdenunterstützten Kommunikation unsere bewegte Sprache im Alltag auf und machen eine kontinuierliche alltagsintegrierte Sprachförderung möglich. Unsere Kinder lernen und verbessern durch die Gebärden und Symbole ihre Lautsprache, entwickeln und verbessern ihr Sprachverständnis und umgehen Kommunikationsbarrieren. Wir orientieren uns an den individuellen Bedürfnissen unseren Löwenzahnkindern und lassen die Gebärden- und Symbole unterstützte Kommunikation in alle Bereiche unseres Kinderhaus Alltags mit einfließen. Lieder, Geschichten, Gruppen Treffs, Rituale, Raumgestaltung und unsere pädagogische Arbeit beinhalten diese Art der begleitenden und ganzheitlichen Kommunikation. An unserer Gebärden Unterstützten Wand im Eingangsbereich sind die Begriffe dargestellt, die wir unter anderem mit den Kindern verwenden.

